IGRPS - Grundsätzliches

 

Interessengemeinschaft Runde und Plattboden-Schiffe - die Anfänge

An einem stürmischen Tag im Sommer 1993 lagen drei Plattboden eingeweht im Hafen der Watteninsel Spiekeroog. Nicht zuletzt mit Unterstützung eines weisen Sherrys wurde beschlossen, die IGRPS zu gründen. Das funktioniert bis heute ohne Satzung, Schatzmeister und Festausschuss. Im Laufe der vergangenen Jahre sind es über 60 Schiffe geworden, die über ein weites Gebiet verstreut liegen.

Ziel der IGRPS ist

  • die Pflege der Tradition gaffelgetakelter und flachgehender Segelboote
  • Erfahrungsaustausch über Unterhalt und Pflege der Boote
  • Informationen unsere Fahrtgebiete zu sammeln und weiterzugeben
  • Segeln mit Plattboden populärer zu machen
  • Interessenvertretung gegenüber Umwelt"schützern" und Behörden
  • Teilnahme an und Veranstaltung von Regatten

Die Schiffe

Die meisten Boote sind aus der niederländischen (NL) Schiffbau-Tradition hervorgegangen und wurden auch dort konstruiert und gebaut. Die Bootstypen  entstammen Fischerei und Frachtfahrt und wurden bei unveränderter Rumpfform als Yacht gebaut. Bei den Fischerbooten (Segelzeichen V und zusätzlich je nach Wasserlinien-Länge die Buchstaben A - C) gibt es 2 Gruppen:

  • die runden (NL = ronde) Rümpfe wie Lemster Aak, Schouw, Staverse Jol, Botter etc.
  • die flachen (NL = Platbodem) Rümpfe, die mit einer völlig geraden Bodenplatte ausgestattet sind wie Vollenhovense Bol, Schokker, Hoogaars und andere

Bei den Frachtschiffen, also Tjalken (Segelzeichen T / A - C) sind es meistens Plattboden. Diese sind allerdings meistens mit 14 bis 28 m sehr viel grösser als die Fischerboote, bei denen die Obergrenze 16 m beträgt. Baumaterial bei allen Schiffstypen ist im allgemeinen Stahl, immer seltener Holz. Die Verdrängung liegt bei 6 – 12 t bei den Fischerifahrzeugen und bis zu 30 t bei den Tjalken..

Die Besatzungen

Alle Schiffe werden zu zweit, also von Ehepaaren gefahren. Damit ist auch schon fast automatisch eine Obergrenze in der Bootslänge von 12 m gegeben, denn darüber hinaus braucht man eine Hand mehr oder man muss elektrifizieren und Rollfocks und Lazy Jacks verwenden, was dem Charakter des Schiffes nicht bekommt. Regattabesatzung besteht aus mindestens 3, normal aber 5 Mann. Die SchipperInnen kommen aus allen Schichten der Bevölkerung: Unternehmer, Ärzte, Lehrer, Bürgermeister, Kaufleute, Handwerker, Sozialarbeiter und natürlich etliche Pensionäre.

Das Fahrtgebiet

Gefahren wird vor allem im Wattgebiet von NL bis DK, in den Flüssen von Elbe bis Ems und natürlich in NL im IJsselmeer und den großen Seengebieten Frieslands. Der Tiefgang der Boote liegt zwischen 75 und 110 cm, also ideal fürs Watt.

Die Urlaubsreisen sehen da natürlich anders aus, es gibt da kaum Grenzen. IGRPS-Schiffe waren und sind unterwegs vom Mittelmeer bis Nordnorwegen und Finnland.

Die Standorte

Leider sind wir weit verstreut und ma bekommt die Boote nie alle auf einmal zu sehen. Inoffizielles Zentrum ist Carolinensiel an der Nordseeküste S-lich der Insel Wangerooge. Dies war einst ein wichtiger Fracht- und Fährhafen, bis durch Einpolderung eine neue Deichlinie 1,5 nm weiter nördlich entstand. Der Hafen wurde in einen Museumshafen umgewandelt, in dem wir mit unseren traditionellen Schiffen liegen dürfen. Bis zu 10 Boote der IGRPS haben dort ihren Sommer-Liegeplatz und segeln nach Passieren der Schleuse in Harlesiel im Watt zu den Inseln Spiekeroog, Langeoog, Baltrum und Norderney oder, je nach Tide, zu Weser und Jade. Auch Helgoland ist mit einem Abstand von rd. 25 nm gut zu erreichen. Anfang August eines jeden Jahres ist Hafenfest (Wattensail) in Carolinensiel. Dann ist der Hafen mit bis zu 75 Schiffen aller Grössen und Klassen voll gefüllt.

Die Aktivitaeten

Neben Pfingstregatta und Wattensail gibt es ein Wintertreffen Ende November, das immer sehr gut besucht ist. Dort werden Reiseberichte gezeigt und Erfahrungen zu den Fahrtgebieten ausgetauscht. Weiterhin gibt es im Winter Vortrage zu den Themen Wetter, Segelkunde, Erste Hilfe, Herz-Lungen-Wiederbelebung etc. Während des Jahres gibt es min. 4 Rundschreiben von mir zu aktuellen Themen und Einladungen zu div. Ereignissen; diese Website nicht zu vergessen

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